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Multispecies Design: Mit der Natur gestalten

Mit Lynn Harles (Gründerin »Studio Harles« und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und Forschung), Dr. Christian Reichel (Global Social Safeguards Coordinator der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt) und Juliana Schneider (Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Dossier Nachhaltigkeit an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und Mitgründerin des PLEIAD Kollektivs)

Moderation: Lynn Harles

Themenabend
11. November 2025, 19:00 Uhr
Evangelische Akademie, Römerberg 9, 60311 Frankfurt a.M.

In Präsenz vor Ort und im Youtube-Livestream. Ohne Anmeldung.
Ohne Reservierung. Wenn alle Plätze vergeben sind, können später
eintreffende Besucher nicht mehr eingelassen werden. Eintritt frei.

Zum Thema

Immer häufiger wird Natur nicht nur als Ressource, sondern als eigenständige Akteurin verstanden – mit eigenen Rechten. Flüsse, Wälder oder ganze Ökosysteme erhalten weltweit zunehmend juristischen Status, wie etwa der Whanganui-Fluss in Neuseeland. Was bedeutet das für Design und Gestaltung? Der Vortrag gibt Einblicke in aktuelle gestalterische Ansätze des »Multispecies Design« und »More-than-Human Design«, die darauf abzielen, nicht nur für, sondern mit der Natur zu gestalten. Dieses Konzept fordert unser anthropozentrisches Verständnis von Natur neu heraus und öffnet neue Perspektiven an der Schnittstelle von klimaresilienter Landschafts- und Stadtplanung, Biodiversitätsforschung, politischer Teilhabe und Umweltschutz. Wenn Natur als gleichberechtigter Entscheidungsträger mit am Tisch sitzt – wie gestalten wir dann gemeinsam? Der Vortrag lädt ein, diese Zukunftsfragen zu erkunden und aktuelle Visionen einer Gestaltung im Dialog mit der Natur zu diskutieren.

Bild: LaSalle-Photo (auf Unsplash)

Die Podiumsgäste

Lynn Harles

Lynn Harles ist Designforscherin, Kuratorin und Autorin. In ihrer Arbeit untersucht sie Potenziale von Designforschung als Treiber für öko-soziale Transformationen und verbindet dabei Ansätze aus den Naturwissenschaften, der Anthropologie, dem spekulativen Design und den More-than-Human Studies. Sie ist Doktorandin an der Bauhaus-Universität Weimar und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin u.a. am Fraunhofer-Institut (CeRRI) sowie am Museum für Naturkunde in Berlin tätig. Zudem ist sie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF).

Bild: Privat

Dr. Christian Reichel

Dr. Christian Reichel ist Global Coordinator for Social Safeguards in Conservation bei der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Er ist promovierter Humangeograf sowie Sozial- und Kulturanthropologe mit über fünfzehn Jahren internationaler Forschungs- und Praxiserfahrung an der Schnittstelle von Natur- und Sozialwissenschaften. Sein Fokus liegt auf den Beziehungen zwischen Mensch und Natur, auf inklusiven und partizipativen Ansätzen im Naturschutz sowie auf der Frage, wie kulturelle Vielfalt, Menschenrechte, ökologische Resilienz und gerechte Ressourcenverteilung zusammengedacht und praktisch umgesetzt werden können. In seiner Rolle bei der ZGF entwickelt er Safeguard-Strategien für internationale Naturschutzprogramme in Afrika, Asien und Südamerika. Dabei setzt er sich dafür ein, dass lokale Gemeinschaften und indigene Gruppen aktiv in die Gestaltung und gemeinsame Verwaltung von Schutzgebieten eingebunden werden.

Bild: Privat

Juliana Schneider

Als multidisziplinäre Designerin und Zukunftsforscherin mit Fokus auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit strebt Juliana Schneider danach, Design nicht nur aus menschlicher Perspektive zu denken, sondern die Beziehungen zwischen Menschen, Umwelt und anderen Lebensformen besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten – in der Gegenwart ebenso wie in möglichen Zukünften. Zudem befasst sie sich in ihrer Forschung und gestalterischen Praxis mit der Lücke zwischen Intention und Handlung im Kontext von Nachhaltigkeit. Dabei geht es ihr darum, neue Narrative und Designansätze zu entwickeln, die gängige Denkmuster hinterfragen und konkretere, verantwortungsbewusstere Formen des Handelns ermöglichen.

Bild: Privat