Aufnahmeausschuss und Mitgliederentwicklung
Der Aufnahmeausschuss trat im Berichtszeitraum zu vier Sitzungen zusammen. Um den Aufnahmeprozess für alle Beteiligten straffer und effizienter zu gestalten, hat der Aufnahmeausschuss für sich neue Richtlinien verabschiedet. Auch sind jetzt Eigenbewerbungen möglich, die stets von zwei Mitgliedern der PTG befürwortet werden müssen (mehr Informationen). Insgesamt wurden 33 neue Mitglieder in die Polytechnische Gesellschaft aufgenommen, darunter 15 Männer und 18 Frauen. Das Durchschnittsalter der Neumitglieder lag im Jahr 2025 bei 48 Jahren.
Die fachlichen und beruflichen Hintergründe der neuen Mitglieder spiegeln die große Vielfalt der Gesellschaft wider. Vertreten sind Persönlichkeiten aus Medizin und Gesundheitswesen, Wissenschaft und Hochschulen, Medien, Politik, Kultur und Museumswesen, Wirtschaft und Unternehmertum, Bildung sowie den Rechtswissenschaften. Hinzu kommen Vertreterinnen und Vertreter der Krisenvorsorge, der Theologie und des bürgerschaftlichen Engagements.
Mit der Aufnahme eines 22-jährigen Mitglieds in die Gruppe der „Jungen Polytechniker“ konnte die Gesellschaft im Jahr 2025 zugleich ihr derzeit jüngstes Mitglied begrüßen – ein erfreuliches Zeichen für die erfolgreiche Ansprache und Einbindung jüngerer Generationen.
Dem erfreulichen Mitgliederzuwachs standen im Berichtszeitraum auch Abgänge gegenüber. Fünf Mitglieder schieden zum Jahresende aus der Gesellschaft aus, überwiegend aus Alters- oder Gesundheitsgründen. Mit zunehmendem Alter wird die aktive Mitwirkung in einem ehrenamtlich geprägten Verein oftmals schwieriger, sodass sich einige Mitglieder zu diesem Schritt entschlossen.
Der Vorstand bedauert es, wenn Mitglieder zu der Auffassung gelangen, die Gesellschaft aus Altersgründen verlassen zu müssen. Für den Verein ist es, so der Vorstand, vielmehr eine Ehre, in seinen Reihen hochbetagte Persönlichkeiten zu wissen, die schon über viele Jahre der Polytechnischen Gesellschaft, ihren Werten und Ideen verbunden sind. Die Vielfalt, um die es im Kern geht, kommt auch in den unterschiedlichen Altersstufen zum Ausdruck und den damit verbundenen Erfahrungshorizonten. Die Erfahrungen und Perspektiven der ältesten Mitglieder zählen ebenso sehr, auch wenn sie aus Gründen des Alters und der gesundheitlichen Verfassung vielleicht nicht mehr aktiv an allen Veranstaltungen und Aktivitäten der Gesellschaft mitwirken können. Der Vorstand möchte daher seine altgedienten Mitglieder ermutigen, an ihrer Mitgliedschaft festzuhalten. Es lohnt sich: So wurden beispielsweise im Berichtsjahr 16 Polytechnikerinnen und Polytechnikern für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Verein gewürdigt – mit einem edlen Tropfen vom Frankfurter Lohrberg!
Darüber hinaus musste die Gesellschaft von sieben Mitgliedern Abschied nehmen, die im Laufe des Jahres verstarben.
Forschungsprojekt am Fritz-Bauer-Institut
Die Ergebnisse der Vorstudie zum Forschungsprojekt „Die Banken und die Juden. Zur Rolle der Frankfurter Sparkasse von 1822, der Städtischen Sparkasse Frankfurt und der Polytechnischen Gesellschaft im Nationalsozialismus“ hatten Frankfurter Sparkasse und Polytechnische Gesellschaft veranlasst, die Mittel zur Durchführung der Hauptstudie am Fritz-Bauer-Institut freizugeben. Das Gesamtvorhaben wurde in zwei Teilprojekte aufgegliedert, wobei die Forschungsarbeiten zum Umgang der Sparkasse mit ihren jüdischen Kunden während und nach Ende des Dritten Reichs von Privatdozentin Dr. Friedericke Sattler geleitet wird.
János Varga M.A. widmet sich der „Polytechnischen Gesellschaft im Nationalsozialismus“. Im Fokus seiner Forschung steht das Verhalten der Vereinsgremien gegenüber jüdisch-stämmigen und aus anderen Gründen verfolgten Mitgliedern. Die Vorstudie hatte rund 80 Personen identifiziert, die damals die Polytechnische Gesellschaft verließen. Die Teilstudie befasst sich mit einer Auswahl dieser Persönlichkeiten, ihrer Geschichte und ihrem Schicksal, aber auch mit der Frage, wie die Polytechnische Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem vergangenen Unrecht umging.
Das Teilprojekt zur Polytechnischen Gesellschaft begann im März 2025, also mit Verzögerung gegenüber der ursprünglichen Planung, die den Start schon im Frühling 2024 vorgesehen hatte. Hintergrund war ein Wechsel des Forscherteams am Fritz-Bauer-Institut und die damit verbundene Notwendigkeit einer Neuausschreibung der Forscherstelle.
Da das Teilprojekt zur Frankfurter Sparkasse einen erheblich größeren Umfang mit einer deutlich komplexeren Quellenlage hat und mit einem sehr viel längeren Bearbeitungszeitraum zu rechnen ist, einigten sich die Vorstände von Frankfurter Sparkasse und Polytechnischer Gesellschaft darauf, die bislang in einem Forschungsprojekt zusammengefassten Teilstudien voneinander zu trennen und jeweils unabhängig voneinander weiterzuverfolgen.
Schon in der Amtszeit des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt hatte die Stiftung großen Wert auf ihre Mitverantwortung für das Gelingen dieser wichtigen Forschungsarbeit gelegt und Fördermittel zugunsten des bei der Muttergesellschaft verankerten Forschungsprojekts bereitgestellt. Im Zuge der formalen Umstellung hat das amtierende Führungsteam der Stiftung unter Leitung von Prof. Dr. Frank E. P. Dievernich dieses Engagement bekräftigt und sogar zusätzliche Mittel freigegeben. Hierfür dankt der Vorstand den Kollegen der Stiftung nachdrücklich.