Vorstandsbericht

Arbeitskreise

Die Arbeitskreise trugen auch 2025 zum Erfolg des Veranstaltungsprogramms bei. Dabei spielen sie auch eine wichtige Rolle im Sinne des Agendasettings der Polytechnischen Gesellschaft, indem sie ihren Themen mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Besonders aktiv war dabei der Arbeitskreis Krisenresilienz, der mehrere Vorträge und Podiumsdiskussionen zum Abendprogramm beisteuerte, etwa der Vortrag eines Experten des Hessischen Verfassungsschutzes am 10. November über Bedrohungen aus dem Cyberspace sowie ein Themenabend zur Psychosozialen Notfallversorgung in Frankfurt am 17. November. Ein weiteres wichtiges Engagement des Arbeitskreises ist die in Kooperation mit der Goethe-Lehrkräfteakademie gestaltete Workshopreihe „Krisenresiliente Schule“, die sich an Lehrkräfte und andere Multiplikatoren im pädagogischen Feld richtet. Weitere Kooperationspartner bei diesem Projekt waren die Feuerwehr Frankfurt und die Zentrale Jugendkoordination des Polizeipräsidiums Frankfurt.

Der Arbeitskreis Inklusion fokussierte seine Aktivitäten ebenfalls auf Beiträge zum Veranstaltungsprogramm der Polytechnischen Gesellschaft, etwa einen Workshop zur Einführung in die „Leichte Sprache“ oder eine inklusive Führung im für Angewandte Kunst, beide in Kooperation mit der Lebenshilfe Frankfurt. Ein besonderes Ereignis für den Arbeitskreis Inklusion bildete wie auch in den Jahren zuvor eine neue Ausgabe von „Literatur uneingeschränkt“, dem inklusiven Poetry-Projekt, das Schülerinnen und Schüler aus drei Frankfurter Schulen zur Arbeit an poetischen Texten zusammenbringt. Die Projektleitung verantwortet Franziska Deliry, Polytechnikerin, Deutsch- und Musiklehrerin sowie Inklusionsbeauftragte der Wöhlerschule. Der Poetry-Slammer Florian Cieslik kümmert sich um die künstlerische Leitung. In seinen Workshops lesen Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf poetische Texte der zumeist deutschsprachigen Literatur und formulieren dann assoziative eigene Texte in Antwort auf die Klassiker. Bei der Aufführung zum Ende des Projekts tragen die Schülerinnen und Schüler ihre Texte vor. Dank der Mitwirkung der Schule am Sommerhoffpark, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Hören, ist die Übertragung aller Texte in Gebärdensprache ein integraler Bestandteil der Aufführung, der einen besonderen ästhetischen Reiz entfaltet, insofern die Worte von den beiden Gebärdendolmetscherinnen Barbara Bruckmann-Herbst und Yvonne Barilaro in ausdrucksstarke Bewegungen übertragen wurden.  Link zum Artikel

Die Bemühungen des Arbeitskreises Startups konnte einige zentrale Stakeholder der universitären Gründungsförderung im Rhein-Main-Gebiet zu einem abgestimmten Vorgehen bewegen, um ihre Sichtbarkeit und Schlagkraft zu erhöhen. Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur Initiative „Frankfurt Next Generation“ (FNG). Nach Abschluss dieses Projekts griff er Überlegungen aus dem Denkforum 2020 auf, Gründerinnen und Gründern aus Frankfurt verstärkt eine Bühne bei polytechnischen Veranstaltungen zu bieten. So entstand das Konzept einer losen Reihe von Talks unter dem Titel „Gründerzeit“. Eine erste Veranstaltung fand am 13. November statt mit Marco Adelt, Mitgründer des Frankfurter Insurtech-Unternehmens Clark, und FAZ-Journalist Philipp Krohn unter dem Titel: „Wie viel Regulierung verträgt die digitale Innovation?“. Der Gesprächsabend erreichte ein eher kleines, aber überdurchschnittlich junges, engagiertes und im Thema versiertes Publikum, und sendete ein starkes Signal an jungen Menschen, die mit der Schule wenig Positives verbinden. Adelt erzählte von seiner unerquicklichen Schulzeit und wie er später trotz (oder vielleicht sogar wegen) seines schulischen Misserfolgs zu einem der erfolgreichen Unternehmensgründer wurde. Die positive Resonanz beim Publikum bot ein gutes Beispiel dafür, wie auch kleinere Formate starke Impulse setzen können.

Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit war im Jahr 2024 weitgehend in der Initiative „Frankfurt Next Generation“ (FNG) aufgegangen. Einige seiner Akteure verfolgten parallel dazu die Idee einer Veranstaltungsserie zum Thema „Energie“. Für die Idee wurde der Polytechniker Prof. Dr. Holger Podlech, Professor für Beschleunigerphysik an der Goethe-Universität, als Koordinator und Moderator gewonnen. Es wurden zunächst zwei Veranstaltungen der neuen Serie geplant, die allerdings erst im Frühjahr 2026 stattfinden sollten.

Das neu gebildete „Polyforum“ ist als Arbeitskreis gedacht, der den Austausch der Polytechniker untereinander fördern soll. Er ist keinem festen Thema gewidmet, sondern legt in jedem Jahr seine Schwerpunkte neu fest. Als erstes Jahresthema wählte die Runde das Thema „Bildung neu denken“. Das Polyforum versammelte Mitglieder mit unterschiedlichen Erfahrungen aus dem Bildungssektor und setzte sich das Ziel, ein Impulspapier mit programmatischen Vorschlägen zur Weiterentwicklung des Bildungsgeschehens in Frankfurt zu verfassen. Als ein Beitrag zur Initiative „Frankfurt Next Generation“ sollten im Polyforum nicht nur Grundsatzfragen erörtert werden, sondern auch konkrete Vorschläge für neue Projekte entstehen. Die Runde nahm sich überdies vor, ihre Ergebnisse bei einer Abschlussveranstaltung im Frühling 2026 im Rahmen der Vortragsreihe zu präsentieren.

Die Jungen Polytechniker konzipierten eine eigene Veranstaltung als Beitrag zum Herbstprogramm der Polytechnischen Gesellschaft. Eine Podiumsrunde unter dem Titel „Bauen für Bildung“ widmete sich am 5. November der Frage: „Wie sollen wir unsere Schulen gestalten?“. Bildungsdezernentin Sylvia Weber, der ehemalige Stadtschülerrat Moritz Endres, der Architekt Jon Prengel, die Lehrerin und Sprecherin der Jungen Polytechniker Suzanne Cadiou sowie Kati Ahl als Moderatorin wirkten an diesem Abend mit.

Erstmals seit ihrer Gründung beteiligten sich alle Arbeitskreise und Gruppen der Polytechnischen Gesellschaft in der Veranstaltungssaison 2025/2026 am Veranstaltungsprogramm: Insgesamt zehn Veranstaltungen von September 2025 bis Mai 2026 sind auf Initiativen aus dem Kreis der Mitglieder zurückzuführen. Dabei wurden die Arbeitskreise auch der ihnen zugedachten Rolle gerecht, Themen auf die Agenda zu setzen, die nicht im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, die aber für die Gestaltung unserer Zukunft von großer Bedeutung sind. Daher begrüßt der Vorstand auch künftig die aktive Mitwirkung der Arbeitskreise an der Programmgestaltung. Die Arbeitskreise sollen als „Labore“ wirken, ungewöhnliche Themen besetzen, neue Formate testen und „Dinge ausprobieren“. Gleichwohl ist es aus Sicht des Vorstands möglich, dass Arbeitskreise sich wieder auflösen, wenn sie ihre Aufgabe als erfüllt betrachten, oder dass eine Allianz williger Mitglieder Arbeitskreise zu neuen Themen gründen, sofern dies in Absprache mit dem Vorstand erfolgt. Grundsätzlich könnten die Arbeitskreise, so eine Überlegung des Vorstands, künftig noch stärker auf der Plattform von „Frankfurt Next Generation“ agieren, insofern auch die Arbeitskreise ein Outreach-Format der Polytechnischen Gesellschaft in die Stadtgesellschaft darstellen. Denn über die Arbeitskreise können auch Nichtmitglieder in das ehrenamtliche Engagement unter dem Dach der Polytechnischen Gesellschaft eingebunden werden. Diese Möglichkeit sollte noch stärker genutzt werden.