Vorstandsbericht

Kammermusik

Die Polytechnische Gesellschaft hat im Jahr 2025 die Aktivitäten des Vereins zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e.V. (kurz: Kammermusikverein) weiter maßgeblich finanziert. Außerdem hat sie zum 28. Mal den Kammermusikpreis ausgelobt.

Die Konzertreihe verlief im Berichtsjahr in bewährter Weise. Im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse traten zahlreiche Ensembles auf. Im Hintergrund jedoch kam es zu einschneidenden Entscheidungen. Ausgelöst wurden sie durch die Ankündigung der Frankfurter Sparkasse, sich aus dem Kammermusikverein zurückzuziehen. Da die Sparkasse ihren angestammten Sitz in der Neuen Mainzer Straße in absehbarer Zukunft aufgeben wird und somit das Kundenzentrum nicht mehr wie bislang für Konzerte zur Verfügung stellen kann, geriet das seit 1959 bestehende Modell einer gemeinsam von Frankfurter Sparkasse und Polytechnischer Gesellschaft getragenen Konzertreihe ins Wanken.

Im Laufe des Jahres 2025 führte der Vorstand der Polytechnischen Gesellschaft mit den Vorstandsmitgliedern des Kammermusikvereins mehrere Gespräche, um die Zukunft der Konzertreihe zu erörtern. Schließlich gelangten die beiden Vorstandsgremien zu einer für alle Seiten zufriedenstellenden Lösung. Demnach löst sich der Kammermusikverein mit Wirkung zum 30. Juni 2026 auf. Die Betreuung der Konzertreihe geht an die Polytechnische Gesellschaft über, die zugleich einen neuen, der Musik gewidmeten Arbeitskreis ins Leben rufen wird. Seine Mitglieder sollen dann ein Konzept für das künftige polytechnische Konzertengagement erarbeiten. Die bisherigen Betreuer der Konzertreihe, Prof. Tim Vogler und Stefan Schmitt, führen ihr Engagement ehrenamtlich unter dem Dach der Muttergesellschaft weiter.

Darüber hinaus hat die Polytechnische Gesellschaft ihr Engagement für die Musik durch die Auslobung des Kammermusikpreises fortgesetzt. Der 28. Wettbewerb um den Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft fand am 9. Dezember in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) statt. Ausgerichtet wurde der Wettbewerb abermals vom Kammermusikverein; elf Ensembles der HfMDK nahmen teil.

Die Jury wurde erneut geleitet von Dr. Christa Ratjen; weitere Jurymitglieder waren Prof. Angelika Merkle, Prof. Eva Maria Pollerus, Prof. Jaan Bossier, Prof. Jan Ickert, Prof. Hansjacob Staemmler, Ken Schumann und Prof. Tim Vogler. Sie teilten das Preisgeld in Höhe von insgesamt 10.000 Euro unter drei Ensembles auf: Der Erste Preis, dotiert mit 4.500 Euro, ging an das Trio Babella mit Bodam Lee (Violine), Nana Kusaka (Klarinette) und Jiyun Kim (Klavier). Das Duo Viola-Klavier von Ayaka Taniguchi (Viola) und Qiongdan Liang (Klavier) erhielt den Zweiten Preis, und den Förderpreis teilten sich die vier Mitglieder des Lotus Ensembles, Andreas Stöger und Sebastian Schmidt (Blockflöte), Moeko Aiba (Barockcello) und Haeun Cho (Cembalo).

Beim Preisträgerkonzert am 6. Mai 2026 präsentierten die jungen Ensembles ihr außergewöhnliches Können. Ihr Konzert markierte zugleich den Abschluss einer Ära. Es war das letzte Konzert im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse.