Tochterinstitute
Zu Beginn des Berichtsjahres bestanden sechs Tochterinstitute. Mit Ausnahme der Stiftung Polytechnische Gesellschaft werden die Tochterinstitute von der Muttergesellschaft finanziell gefördert. Die Förderbeträge werden jährlich von der Mitgliederversammlung festgelegt, wobei sie über die letzten Jahre weitgehend in unveränderter Höhe gewährt werden.
Jedes Vorstandsmitglied der Muttergesellschaft ist im Vorstand eines der Tochterinstitute vertreten. Zudem treffen sich die polytechnischen Einrichtungen mindestens dreimal im Jahr im Institutsrat, um sich über Anliegen von Relevanz für alle Beteiligten auszutauschen.
Der Austausch auf Arbeitsebene konnte in bewährter Weise fortgeführt werden. Die Geschäftsstelle der Polytechnischen Gesellschaft arbeitet eng mit den Kolleginnen des Kuratorium Kulturelles Frankfurt (KKF) und des Kunstgewerbevereins (KGV) zusammen, insbesondere bei gemeinsamen Veranstaltungsprojekten, darunter die Reihe „Wissenschaft im Dialog“ oder die Gemeinschaftsveranstaltungen im Rahmen der Vortragsreihe.
Nach Schließung der Wöhler-Stiftung Ende 2023 wurde die Wöhlerschule auch im Jahr 2025 mit dem üblichen Förderbetrag von Euro 2.000,- unterstützt.
Neubau des Instituts für Bienenkunde
Einen wichtigen Gegenstand der Vorstandsarbeit bildete weiterhin das Neubauprojekt des Instituts für Bienenkunde in Oberursel, das die Polytechnische Gesellschaft vollständig aus eigenen Mitteln finanziert. Im Jahr 2025 konnten die Bauarbeiten im Wesentlichen zum Abschluss gebracht werden. Ein Umzug der technischen Ausstattung, der Institutsmitarbeiter und vor allem der Bienen musste jedoch vertagt werden.
Zunächst galt es, die Kooperation zwischen der Polytechnischen Gesellschaft und der Goethe-Universität in Bezug auf das Institut für Bienenkunde auf eine neue formale Grundlage zu stellen. Nach längeren Verhandlungen konnte im Oktober schließlich ein entsprechender Kooperationsvertrag unterzeichnet werden
Die im Jahr 2007 errichtete Stiftungsprofessur der Polytechnischen Gesellschaft an der Goethe-Universität wurde darin bestätigt und ihre Finanzierung langfristig gesichert. Die Polytechnische Gesellschaft überlässt zudem der Universität das Gebäude und den angegliederten Insektengarten unentgeltlich auf unbestimmte Dauer; im Gegenzug übernimmt die Universität die Kosten für die forschungsbezogene Ausstattung, für die Unterhaltung des Gebäudes und für den laufenden Betrieb. Auf die Stiftungsprofessur für Bienenforschung entfällt mehr als ein Drittel der Förderung, mit der die Polytechnische Gesellschaft ihre Tochterinstitute insgesamt unterstützt. Die Bereitstellung des Gebäudes, das den Verein rund 15 Millionen Euro gekostet hat, ist finanziell noch deutlich gewichtiger als die Ausgaben für die Stiftungsprofessur. Die Gesellschaft steht damit in einer langen Tradition des Engagements für die Wissenschaft, die sie nun kraftvoll fortführt.
Erst mit Abschluss des Kooperationsvertrags war der Erwerb einer neuen technischen Ausstattung möglich. Der Umzug des Instituts musste vor allem aus diesem Grund in mehrere Etappen gegliedert werden: Zunächst bezogen Institutsleitung, Administration und Bienenhaltung die neuen Räumlichkeiten in der Oberurseler Ebertstraße. Doch zum Beginn des Frühjahrs 2026 konnten die Bienen bereits vom neuen Bienenkorbstandort ausschwärmen. Die offizielle Einweihung des neuen Instituts wurde auf den Herbst 2026 gelegt.
Auf dem Weg zu einem neuen Denkforum
Der Wandel, der die Aktivitäten der Polytechnischen Gesellschaft, aber auch die gesamte polytechnische Familie in den letzten Jahren prägt, ist aus Sicht des Vorstands ein guter Anlass, um sich grundsätzlich über die Ausrichtung der Polytechnischen Gesellschaft und ihr Selbstverständnis Gedanken zu machen. Die reiche Tradition der über 200 Jahre alten Bürgergesellschaft gilt es hochzuhalten; zugleich braucht es angemessenen Raum für neue Akzente und Inhalte. Vor diesem Hintergrund hatte der Vorstand zusammen mit der Geschäftsstelle im Jahr 2024 einen internen Prozess zur Entwicklung eines „Mission Statement“ gestaltet, das im Berichtsjahr – nach Abstimmung mit den Tochterinstituten im Institutsbeirat – veröffentlicht wurde.
Die Vielgestaltigkeit der Aktivitäten unter dem Dach der Polytechnischen Familie ist schon von den Grundanlagen des Vereins, von den Bestimmungen seiner Satzung her, ein gewünschter Effekt. Das Polytechnische zeigt sich nicht nur in der Vielfalt der fachlichen Hintergründe der Mitglieder, sondern auch in den daraus folgenden Aktivitäten. Wesentliches Grundmotiv bildet die Ertüchtigung des Individuums zu einem zu Selbstverantwortung und Gemeinsinn befähigten Bürger seiner Stadt. Daher bilden die Stichworte „Bildung“ und „Ehrenamt“ Kernvokabeln des polytechnischen Wortschatzes. Dies findet auch seinen deutlichen Niederschlag im „Mission Statement“.
Gleichzeitig hat sich das Spektrum der Aktivitäten – sei es in Projekten, sei es in Veranstaltungen – in den letzten Jahren spürbar verbreitert. Allein die Taktung der polytechnischen Termine hat stark zugenommen. Der Vorstand sieht das Risiko, dass die an sich erfreuliche Vielgestaltigkeit in eine gewisse Beliebigkeit umschlagen könnte. Zudem müssen die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Strukturen angesichts der Vielzahl an Aufgaben neu ausgerichtet werden, um das Arbeitspensum bewältigen zu können.
Der Vorstand hat daher zum Ende des Berichtsjahrs beschlossen, in Anlehnung an den Strategieprozess 2020 im Jahr 2026 ein Denkforum II durchzuführen und mit einem Kreis ehrenamtlich aktiver Polytechnikerinnen und Polytechniker über die künftige inhaltliche und methodische Ausrichtung der Polytechnischen Gesellschaft e.V. zu beratschlagen. Ein erster Termin für das Denkforum wurde für Januar 2026 geplant.