Vorstandsbericht

Frankfurt Next Generation - eine Plattform für Frankfurt

Nach dem Jahr der Beteiligung 2024 galt für Frankfurt Next Generation (FNG) im Jahr 2025 das Ziel: Strukturieren, Sortieren und Priorisieren. Um dies zu erreichen, setzte das FNG-Team mehrere Schritte um und baute Projekte auf, die die strategische Ausrichtung der Initiative festigen und nachhaltige Wirkung in Frankfurt entfalten sollen.

Aufbau einer nachhaltigen Leitungsstruktur

Die Initiative „Frankfurt Next Generation“ beschäftigt sich mit vielen unterschiedlichen Themen und Projekten. Den operativen Überblick behält ein „Executive Board“: Darin sind die beiden Initiatoren, die Polytechnische Gesellschaft e.V. und die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, durch Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger und Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich vertreten. Weitere Mitglieder des Executive Boards sind Jonas Stüdemann (Werte Stiftung) und Alexander Zang (BCC Business Communications Consulting). In der Geschäftsstelle leitet Johanna Lanio die operativen Aktivitäten von FNG. Zusätzlich wurde mit dem „Steuerungsgremium“ ein Expertinnen-Gremium etabliert, das das operative Kernteam von FNG zu laufenden Projekten kritisch berät, konkrete Umsetzungstipps gibt und als Kooperationspartnerin zu ausgewählten Themen fungiert. Das Gremium trägt FNG zudem nach außen und stärkt die öffentliche Sichtbarkeit und Reichweite der Initiative in relevanten Netzwerken.

Projekt „Klimaanpassung“

Das Projekt zielt darauf ab, Betriebe und Institutionen in Frankfurt zu mobilisieren, ihre Betriebsgebäude und -gelände resilient gegen Extremwetterereignisse wie Hitze, Stürme und starke Niederschläge zu machen. Dazu finden regelmäßige Veranstaltungen statt; der Auftakt mit rund 200 interessierten Teilnehmenden erfolgte am 25. August. Aus dem Projekt heraus soll sich ein dauerhaftes Netzwerk der „Klimaanpassungswilligen“ entwickeln, das kontinuierlich gepflegt wird, um langfristig die Extremwetter-Resilienz sowie die Lebensqualität in Frankfurt zu steigern.

Projekt „Haus der Möglichkeiten“

Das Haus der Möglichkeiten soll nach dem Vorbild des Oodi in Helsinki programmatische und physische Räume schaffen, die aus der Koexistenz der Vielfaltsgruppen in Frankfurt echte Mehrwerte und Konfliktlösungen ermöglichen – durch dialogische, interaktive und partizipative Formate. Im Jahr 2025 konnte das Amt für multikulturelle Angelegenheiten als Kooperationspartner gewonnen werden. Ziel ist der Start des Programms im Jahr 2027.

Projekt „Alles Frankfurt“

In Kooperation mit der Evangelischen Akademie und dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten soll die Normalität des vielfältigen Zusammenlebens in Frankfurt herausgearbeitet und sichtbarer gemacht werden. Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem schwierige Fragen konstruktiv diskutiert werden können. Die Reihe zielt auf ein konstruktiv-kritisches Zusammenleben in Frankfurt ab und möchte den Menschen in und außerhalb Frankfurts dessen Stärken vor Augen führen. Besonderes Merkmal ist der Wert des Zuhörens: Es geht nicht um Analyse, Bewertung oder Hierarchien, sondern um Verstehen, das Hören von Trennendem und Verbindendem sowie um die Kraft der Empathie. Neben Veranstaltungen ist eine digitale Videokampagne über Social Media geplant.

Projekt „Gesunde Stadt“

Frankfurt als Gesunde Stadt war eine der beliebtesten Visionen aus der FNG-Umfrage im Jahr 2024. Eine neu gegründete, interdisziplinäre Projektgruppe arbeitet an einem holistischen Ansatz und konkreten Projekten, die die Vision mit Leben füllen und die öffentliche Gesundheit vorantreiben.

Projekt „Bildung neu denken“

Mit Blick auf Frankfurts Zukunft fragen das Projekt, welche Inhalte ein moderner Bildungsbegriff umfassen sollte. Ein neuer Bildungsbegriff soll entstehen, der u.a. darauf abzielt, Menschen zur aktiven Mitgestaltung des Wandels zu befähigen. Aus der polytechnischen Familie heraus hat „Bildung neu denken“ Vorschläge zum Zusammenspiel von Persönlichkeitsentwicklung und Gesellschaftsgestaltung entwickelt. Im Jahr 2025 bildete sich die Arbeitsgruppe aus Polytechnikerinnen und Polytechnikern und nahm die Arbeiten am entsprechenden Bildungsbegriff auf.

Projekt „Startup-Factory Rhein-Main“

Der ursprüngliche Impuls zum Aufbau einer starken universitären Gründungsförderung im Rhein-Main-Gebiet ging ursprünglich vom Arbeitskreis Startups unter Leitung von Prof. Dr. Volker Mosbrugger aus. Im weiteren Verlauf wurde daraus aber ein Paradebeispiel für die Arbeitsweise von FNG:  Als Koordinator des Arbeitskreises sorgte Prof. Dr. Volker Mosbrugger von Anfang an dafür, neben einigen interessierten Mitglieder relevante Akteure aus der Gründungsförderung einzubinden. In zahlreichen Gesprächen vermittelte der Arbeitskreis ein gemeinsames Grundverständnis über zentrale Anliegen der relevanten Akteure im Rhein-Main-Gebiet. Darin fanden sich nicht nur die Goethe-Universität und die Frankfurt School of Finance wieder, sondern auch die Technische Universität Darmstadt und die Gutenberg-Universität Mainz. Für deren vertrauliche Gespräche bot die Polytechnische Gesellschaft in der Anfangsphase das Forum, das für den weiteren Verlauf entscheidend war. Bereits 2024 entschieden sich die vier Universitäten dazu, ein Konsortium zu bilden und am Leuchtturmwettbewerb „Exist Startup-Factories“ des Bundeswirtschaftsministeriums teilzunehmen. Die erste Stufe des zweiteiligen Wettbewerbsverfahrens wurde noch im gleichen Jahr erfolgreich absolviert. Im ersten Halbjahr 2025 folgte die zweite Stufe mit einem ausgearbeiteten Konzept zur Förderung wissenschaftsbasierter Ausgründungen in der Rhein-Main-Region. Die drei staatlichen Universitäten traten als Gesellschafter in die Futury GmbH ein, ein Unternehmen der Frankfurt School of Finance. Es beschreibt sich selbst als Innovationsplattform mit dem Ziel, Startups und Industrieunternehmen zusammenzubringen. Am 24. März verkündeten die vier Universitäten die Unterzeichnung des Gesellschaftervertrags. Zu dem Zeitpunkt hatte die Polytechnische Gesellschaft keine aktive Rolle mehr in dem Vorhaben: die Akteure hatten sich gefunden. Doch der ursprüngliche Impuls war von ihr ausgegangen. Genau solche Impulse zu setzen, darin besteht eine zentrale Idee von FNG: Akteure der Stadtgesellschaft werden zusammengebracht, um Projekte zu entwickeln und zu verwirklichen – zum Teil mit, zum Teil aber auch ohne eine langfristige direkte Beteiligung der Polytechnischen Gesellschaft.

Dieser strukturierte projektbasierte Ansatz ermöglicht es, verschiedene Themenfelder in ganz unterschiedlichen Akteurskonstellationen voranzutreiben, Synergien zu nutzen und FNG als Impulsgeber für eine vielfältige, resiliente und zukunftsfähige Stadt weiterzuentwickeln.

FNG als Plattform

Frankfurt Next Generation soll künftig noch stärker als Plattform genutzt werden. Das bedeutet auch, passende Projekte oder Themen aus dem FNG-Kosmos strategisch zu unterstützen, ohne diese notwendigerweise selbst zu initiieren oder umzusetzen. Ziel ist es, Synergien zu bündeln, Wissen zu vernetzen und Ressourcen effizient einzusetzen, um die Wirkung einzelner Initiativen zu erhöhen und langfristig nachhaltige Strukturen zu schaffen.

Im Jahr 2025 ist dieser Plattform-Ansatz bereits an mehreren Stellen erfolgreich eingesetzt worden. So unterstützte FNG beispielsweise das Team von Ort3 bei den Anträgen zur Nutzung des zweiten Obergeschosses der Dondorf-Druckerei auf dem Campus Bockenheim. Dabei übernahm FNG beratende Funktionen, half bei der Bündelung relevanter Partnerinnen und Partner und trug dazu bei, dass die Anträge formal wie inhaltlich stark aufgestellt sind.

Ein weiterer Baustein unserer Arbeit ist die Zusammenarbeit mit größeren nationalen bzw. internationalen Initiativen. FNG ist Kooperationspartner des World Design Capital 2026. Der Vorstand sieht darin eine spannende Gelegenheit, innovative Ideen sichtbar zu machen, neue Partnerschaften zu entwickeln und Begegnungen zwischen verschiedenen Generationen, Kulturen und Lebenswelten zu fördern. Dieses Engagement ergänzt das lokale Handeln durch eine breitere Perspektive und bietet Räume für Austausch, Lernen und gemeinsames Handeln über Stadtgrenzen hinweg.

Ausblick: Für das Jahr 2026 möchte der Vorstand diese Plattformfunktion weiter stärken, weitere relevante Projekte identifizieren und vernetzen sowie die Kooperationsstrukturen ausbauen. Ziel ist es, die Reichweite der FNG-Plattform zu erhöhen, Aktivitäten besser zu koordinieren und nachhaltige Zusammenarbeit in der lokalen Zivilgesellschaft zu fördern.