Kunstgewerberverein in Frankfurt am Main e.V.

Kunstgewerbe im Dialog: Begegnungen, Wissen und Inspiration 2025

Im Berichtszeitraum 2025 realisierte der Kunstgewerbeverein Frankfurt am Main e.V. ein vielfältiges Programm aus Workshops, Vorträgen, Gesprächen und Führungen. Die Veranstaltungen fanden überwiegend in Kooperation mit dem Museum Angewandte Kunst und der Polytechnischen Gesellschaft in der Historischen Villa Metzler sowie an weiteren Orten im Stadtraum statt und richteten sich an ein breites Publikum aus Mitgliedern, Fachinteressierten und Studierenden.

Den Auftakt bildete am 25. Januar ein vierstündiger Workshop „Kunsthandwerkliches Arbeiten mit Holz“ im Museum Angewandte Kunst. Unter der Leitung der Holzbildhauerin Monika Linhard erlernten die Teilnehmenden grundlegende Techniken des Holzschneidens, Schnitzens und Kerbens und fertigten eigene Gebrauchsgegenstände an. Der Workshop verband handwerkliche Praxis mit kreativer Erfahrung und Alltagsbezug.

Am 5. Februar führte Dr. Stephan von der Schulenburg durch die Ausstellung „Die Welt im Fluss – Über Bewegtes und Vergängliches in der japanischen Kunst“. Die Führung vermittelte Einblicke in eine Ästhetik des Ephemeren und verband historische Sammlungsbestände mit zeitgenössischen Positionen.

Am 20. Februar fand in der Villa Metzler das Gespräch „Wie entstehen Bücher heute“ statt. Anlässlich der Ausstellung „Text & Spirit“ diskutierten Dr. Eva Linhart, Sabine Kochendörfer und Sandra Doeller über Entstehungsprozesse, Materialität, Design und den kulturellen Stellenwert zeitgenössischer Notizbücher. Mit dem Vortrag „Frankfurt 1925“ am 11. März beleuchtete Dieter Wesp zentrale Ereignisse der Frankfurter Stadtgeschichte und des Netzwerks der Moderne anhand von Bild- und Filmmaterial.

Am 14. März führte Kuratorin Dr. Eva Linhart durch die Ausstellung „Text & Spirit“. Die Führung spannte einen Bogen von mittelalterlichen Stundenbüchern über Fragen von Luxus, Medium und Spiritualität bis hin zu Parallelen zu heutigen Objekten wie Smartphones und Modeaccessoires.

Am 6. Mai wurde das Thema Buchherstellung erneut aufgegriffen. In dem Gespräch „Wie entstanden Bücher früher und wie entstehen sie heute“ diskutierten Dr. Eva Linhart, Restauratorin Barbara Hassel und Sabine Kochendörfer Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen illuminierten Handschriften und zeitgenössischen Notizbüchern.

Der Vortrag „Ludwig Landmann – Netzwerker der Moderne“ am 14. Mai, ebenfalls von Dieter Wesp, würdigte das Wirken des ehemaligen Frankfurter Oberbürgermeisters und seine Bedeutung für das Projekt Das Neue Frankfurt. Am 20. Mai lud der Kunstgewerbeverein zu einem Salon über Ess- und Trinkkultur unterwegs ein. Unter dem Titel „To Go?“ wurden historische Reisebestecke aus der Sammlung des Vereins mit heutigen Fragen von Nachhaltigkeit, Wertschätzung und gutem Benehmen verknüpft.

Sommer

Im Juni schrieb der Kunstgewerbeverein erneut den Nachwuchspreis Circular Design 2025/2026 aus. Ziel des Preises ist die Förderung junger Gestalter:innen, die sich mit Kreislaufwirtschaft, Materialforschung, Recycling und Upcycling auseinandersetzen. Der Verein dankt der Marga Coing Stiftung, der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH sowie der Frankfurter Sparkasse für die Unterstützung dieses Projekts.

Am 21. September beteiligte sich der Kunstgewerbeverein anlässlich des 20- jährigen Jubiläums der Stiftung Polytechnische Gesellschaft auf dem Opernplatz mit einem Stempeldruckworkshop für Kinder. In Kooperation mit Create, Museum Angewandte Kunst, konnten Kinder ab sechs Jahren eigene Taschen gestalten.

Am 24. September erinnerte Dieter Wesp mit einem reich bebilderten Vortrag an die nahezu vergessene Weltausstellung „Musik im Leben der Völker“ von 1927 und ihre Bedeutung für Frankfurt als Zentrum der Moderne.

Am 5. Oktober fand ein Siegelringworkshop mit der Schmuckdesignerin Helen Habtay statt, der den Teilnehmenden einen spielerischen Einstieg in die Schmuckgestaltung ermöglichte.

Der Workshop „Siebdruck auf Stofftaschen“ am 11. Oktober in Maintal vermittelte unter der Leitung von Ellen Wagner und Axel Rössler praxisnah alle Schritte des künstlerischen Siebdrucks.

Am 22. Oktober widmete sich die Veranstaltungsreihe „Ganz nah dran“ dem Sommermantel von Beate Kramer aus der Sammlung des Kunstgewerbevereins. Kathrin Röttger und Katharina Pennoyer thematisierten Objektgeschichte, Sammlungspraxis und museale Konservierung.

Am 11. November beteiligte sich der Kunstgewerbeverein an der Vortragsreihe der Polytechnischen Gesellschaft mit dem Impulsvortrag „Multispecies Design: Mit der Natur gestalten“. Die Veranstaltung widmete sich aktuellen Ansätzen des Gestaltens im Dialog mit der Natur und war öffentlich und kostenfrei. Den Abschluss des Jahres bildete am 7. Dezember ein Kintsugi-Workshop mit der Künstlerin Masami Takeuchi. Die Teilnehmenden erhielten eine Einführung in die Ästhetik dieser japanischen Reparaturtechnik als Sinnbild für Vergänglichkeit und Neuanfang.