Dirty Harry vs. The Donald: Postheroisches Heldentum in der US-Popkultur
Mit Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Professor für Filmwissenschaft)
Moderation: Constantin Groß (Polytechnische Gesellschaft)
Vortrag in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt
10. Februar 2026, 19:00 Uhr
Evangelische Akademie, Römerberg 9, 60311 Frankfurt a.M.
in Präsenz vor Ort und im Youtube-Livestream
Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nicht notwendig. Eine Platzreservierung ist nicht möglich, wobei die Zahl der Sitzplätze begrenzt ist. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr. Wenn alle Sitzplätze vergeben sind, können aus feuerpolizeilichen Gründen ggf. weitere oder später eintreffende Besucher nicht mehr eingelassen werden. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.
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Dirty Harry vs. The Donald: Postheroisches Heldentum in der US-Popkultur
Vor über einhundert Jahren sagte der französische Kritiker, Schriftsteller und Regisseur Louis Delluc über Charlie Chaplin, dass er der erste Künstler gewesen sei, der der Kunst des Films in der einzigartigen Personalunion als Darsteller und Regisseur ihre Form gab. Der Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood ist einer der wenigen, die nach Chaplin kamen, für die das auch zutrifft. Clint Eastwood, mittlerweile 93 und immer noch aktiv, hat die Figur des Westernhelden so geprägt wie vor ihm nur John Wayne. Clint Eastwood ist aber eben nicht nur Schauspieler, sondern auch der vielleicht bedeutendste amerikanische Regisseur des letzten halben Jahrhunderts neben Martin Scorsese. Ausgehend von Eastwoods Western „Unforgiven“, für den er 1993 den Oscar für die beste Regie erhielt, vertritt dieser Beitrag die These, das Eastwoods Figuren – die, die er selbst spielt, und andere, die er nur in Regie gestaltet wie den Scharfschützen in „American Sniper“ von 2014, seinem kommerziell erfolgreichsten Film – Helden für ein postheroisches Zeitalter sind, relationale und reaktive Heldenfiguren, die ein Sprichwort verkörpern, dass Theodore Roosevelt gerne zitierte: „Speak softly, but carry a big stick“. Der Beitrag wird schließlich auch der Frage nachgehen, ob und inwiefern der aktuelle Präsident der Vereinigten Staaten, der sein politisches Kapital als quasi-fiktionale Reality-TV-Figur aufbaute, dazu einen Gegenentwurf darstellt, nach dem Motto „Speak loudly to hide a small stick“.
Bild: Eliel Thomaz (auf Unsplash.com)
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