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Wann wir einschreiten: Die Psychologie der Zivilcourage

Mit Prof. Dr. Anna Baumert (Professorin für Sozialpsychologie)

Moderation: Rosemarie Tuchelt, Journalistin, hr2-Kultur i.R., Redakteurin der Zeitschrift "Forum Wissenschaft"

Vortrag
4. November2025, 19:00 Uhr
Evangelische Akademie, Römerberg 9, 60311 Frankfurt a.M.

in Präsenz vor Ort und im Youtube-Livestream

Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nicht notwendig. Eine Platzreservierung ist nicht möglich, wobei die Zahl der Sitzplätze begrenzt ist. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr. Wenn alle Sitzplätze vergeben sind, können aus feuerpolizeilichen Gründen ggf. weitere oder später eintreffende Besucher nicht mehr eingelassen werden. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

Zum Thema

Abends in der U-Bahn: eine junge Frau wird von zwei jungen, aggressiv wirkenden Männern belästigt; was wäre, wenn Sie als Fahrgast unfreiwillig zum Zeugen des Vorgangs würden. Was würden Sie tun? Würden Sie sich einmischen? Möglicherweise mit dem Risiko selbst Opfer zu werden? Oder würden Sie den Wagen schnellstmöglich an der nächsten Station verlassen? Eingreifen in einer solchen Situation erfordert Mut und wird deshalb als Zivilcourage bezeichnet. Zivilcourage bezeichnet Verhalten von zunächst unbeteiligten Personen, die gegen Verletzung von fundamentalen Normen und Werten des menschlichen Zusammenlebens aufbegehren und einschreiten, auch wenn dies für sie zu persönlichen Nachteilen führen könnte. Was aber bewegt Menschen zu zivilcouragiertem Eingreifen? Und was bedingt dagegen, dass Menschen wegsehen? Wie ist das Phänomen Zivilcourage zu erklären? Der Vortrag nähert sich diesen Fragen aus Sicht der empirisch-psychologischen Forschung und bietet unerwartete Einblicke in die Bedingungen von Feigheit und Mut.

Bild: Robert Riudel (auf iStock)

Die Podiumsgäste

Prof. Dr. Anna Baumert

Dr. Anna Baumert ist Professorin für Sozial- und Persönlichkeitspsychologie an der Bergischen Universität Wuppertal. Von 2017 bis 2022 war sie Leiterin einer Forschungsgruppe zum Thema Zivilcourage am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn. Promoviert wurde sie an der Universität Koblenz-Landau zu der Frage, wie Menschen gerechtigkeitsthematische Information verarbeiten je nachdem, wie sensibel sie für Ungerechtigkeit sind. Die Forschungsthemen von Dr. Baumert liegen im Bereich der Moral- und Gerechtigkeitspsychologie. Sie untersucht aktuell insbesondere die psychologischen Prozesse, die wirken, wenn Menschen für ihre moralischen Prinzipien einstehen, auch wenn es für sie Kosten und Risiken bedeutet.

Bild: Jasper Sebastian

Rosemarie Tuchelt

Rosemarie Tuchelt studierte Deutsch, Geschichte und Politikwissenschaft in Köln und Marburg. Von 1986 bis 2024 arbeitete sie beim Hessischen Rundfunk, insbesondere für hr2-Kultur, als Moderatorin und Redakteurin der aktuellen Kultursendungen sowie als Moderatorin der Gesprächssendung hr2-Doppelkopf.

Bild: Ralf Keidel