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Besatzer, Befreier, Beschützer: Was bleibt von der Partnerschaft mit Amerika?

Mit Dr. David Sirakov (Direktor der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz), Cathryn Clüver Ashbrook (deutsch-amerikanische Politologin), Dr. Michael Fleiter (Historiker)

Moderation: Klaus-Dieter Frankenberger (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Themenabend
20. Mai 2025, 19:00 Uhr
Evangelische Akademie, Römerberg 9, 60311 Frankfurt a.M.

In Präsenz vor Ort und im Youtube-Livestream. Ohne Anmeldung.
Ohne Reservierung. Wenn alle Plätze vergeben sind, können später
eintreffende Besucher nicht mehr eingelassen werden. Eintritt frei.

Hinweis: Sigmar Gabriel, Vorsitzender der Atlantik-Brücke e.V., musste seine für heute geplante Teilnahme an dieser Veranstaltung aus dringenden Gründen kurzfristig absagen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

 

Zum Thema

Sie haben uns geholfen beim demokratischen Aufbau der Bundesrepublik, ihre Soldaten eroberten mit Kaugummi und Schokolade die Herzen deutscher Kinder. Besatzer, Befreier, Beschützer – so haben viele Deutsche die Vereinigten Staaten in der Nachkriegszeit erlebt. Gerade in Frankfurt, wo die US-Militärverwaltung vom ehemaligen IG-Farben-Gebäude aus die Geschicke Deutschlands lenkte, prägte die amerikanische Präsenz das Leben stark. Der Eindruck Amerikas in der Öffentlichkeit änderte sich mit dem Vietnamkrieg. Und er ändert sich gerade wieder in einem Maße, das Europa und vor allem Deutschland nicht glauben wollte. Was bleibt vom Bild Amerikas als demokratische Schutz- und Friedensmacht? Über dieses Thema, das angesichts der vielen Volten des US-Präsidenten Donald Trump aktueller nicht sein könnte, diskutieren der Historiker Dr. Michael Fleiter, die Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook sowie der ehemalige deutsche Bundesaußenminister und heutige Vorsitzende der Atlantik-Brücke e. V. Sigmar Gabriel. Es moderiert der frühere FAZ-Journalist Klaus-Dieter Frankenberger.

Bild: KI-generiert (von Büro Schramm für Gestaltung)

Die Podiumsgäste

Dr. David Sirakov

David Sirakov ist der Direktor der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz. Der promovierte Politikwissenschaftler ist u.a. Mitglied des Beirats des Obama Institute for Transnational American Studies der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Vorstand des Verbunds Deutsch-Amerikanischer Zentren (VDAZ). Gemeinsam mit Sarah Wagner widmet er sich verschiedenen innen-, außen- und sicherheitspolitischen Themen im Podcast "Amerikas Verfassung. Politik und Gesellschaft in den USA". In seinen Publikationen und Vorträgen widmet er sich der US-Innenpolitik mit besonderem Schwerpunkt auf die politische und gesellschaftliche Polarisierung, dem Aufstieg des Populismus in Europa und den USA und der Außen- und Sicherheitspolitik der USA.

Cathryn Clüver Ashbrook

Cathryn Clüver Ashbrook verstärkt seit August 2022 als Senior Advisor das Programm „Europas Zukunft“ der Bertelsmann Stiftung. Sie ist Expertin für transatlantische Beziehungen und US-Politik. Ihre Berufslaufbahn startete sie 1999 als Korrespondentin für CNN. Es folgten Stationen beim Beratungsunternehmen Roland Berger und an der Harvard Kennedy School, wo sie das Forschungsprogramm zur Zukunft der Außenpolitik gründete. 2021 wurde Clüver Ashbrook an die Spitze der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik berufen.

Bild: Stephan Röhl / Bertelsmannstiftung

Dr. Michael Fleiter

Michael Fleiter leitete die Oral History-Reihe „Frankfurter Erzählcafé“. Von 1995 bis 2017 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurter Institut für Stadtgeschichte, zunächst als Leiter der Abteilung Geschichtsinitiativen und anschließend der Öffentlichkeitsarbeit. Schwerpunkte seiner Arbeit bildeten die städtische Gedenkpolitik, Oral History-Veranstaltungen und das Kuratieren von Ausstellungen zur Stadtgeschichte. Fleiter ist Autor von Publikationen zur Geschichte Frankfurter Institutionen sowie zu den Themen Erinnerung und Lebensphilosophie. Für die 2023 erschienene Geschichte zur Stadt Frankfurt mit dem Titel „Tradition und Wandel – Frankfurt am Main“ verfasste er ein Kapitel, das die Stadtgeschichte von der Nachkriegszeit bis in die 2000er Jahre umfasst. Seine jüngste, 2024 im Sammelband „Frankfurt am Main und der Nationalsozialismus“ erschienene Veröffentlichung ist dem Thema „Frankfurt im Bombenkrieg“ gewidmet.  

Bild: privat

Klaus-Dieter Frankenberger

Klaus-Dieter Frankenberger studierte Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Amerikanistik an der Universität Frankfurt. 1980 verbrachte er ein Studienjahr an der Universität von Mississippi. 1981 legte er sein Magisterexamen und war von 1982 bis 1985 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Nordamerika-Forschung der Universität Frankfurt. Von 1985 bis 1986 war er Congressional Fellow im US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. 1990 folgte ein Marshall Fellowship an der Harvard-Universität in Cambridge, Massachusetts, sowie 1997 ein Woodrow Wilson Campus Fellowship am Saint Mary’s College in Moraga, Kalifornien. Im Frühjahr 2011 hielt er sich als Bosch Fellow an der Transatlantic Academy in Washington, D.C., auf. Von 1986 bis 2021 war er Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, viele Jahre als verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

Bild: F.A.Z.